Traditioneller Gemüsegarten (4/8)

Säen, ausdünnen
und pikieren

Nach dem Säen musst du in einem herkömmlichen Gemüsegarten schon bald die Keimlinge ausdünnen und pikieren. Das liegt daran, dass man in Reihen sät. Ganze Samentütchen werden in kerzengerade gezogenen Rillen ausgestreut.

Ich säe in quadratischen Feldern und zwar von vornherein so viele Samenkörner, wie ich Pflanzen ernten will.

Reihen

Nach der mühsamen Bodenvorbereitung wird es Zeit für das, worum es eigentlich geht: für das Säen.

Erst säen, dann ernten, so heißt es doch.

Und es macht auch riesigen Spaß, Samenkörner in die Erde zu legen. Schon die vielen im Handel erhältlichen Samentütchen zu begutachten und daraus seine eigene Auswahl zu treffen, ist klasse.

In einem herkömmlichen Gemüsegarten musst du vor dem Säen aber noch Schnüre spannen, Rillen ziehen ...
Und danach erst wird ein Tütchen nach dem anderen in die Rillen oder Felder geleert.

Ist das geschehen, schiebt man die Rillen wieder zu oder bedeckt sie mit scharfem Sand, gießt an und muss den Boden anschließend gleichmäßig feucht halten.

Ausdünnen und Pikieren

Ein paar Wochen nach dem Säen erscheinen die Keimlinge. Ganze Reihen zartes Grün – hübsch anzusehen!

Doch die Pflänzchen machen einander Konkurrenz, weil sie zu dicht beieinander stehen. Darum musst du sie nun ausdünnen und pikieren.

Das verlangt eiserne Disziplin und ein "kaltes Herz", denn von 10 Pflanzen müssen ungefähr 9 weichen, damit eine Auserwählte wachsen und gedeihen kann. Abgeschnitten, enthauptet, vernichtet!

Arme Pflänzchen...!

Pikieren (verpflanzen) ist auch eine Möglichkeit. Allerdings muss man das ganz vorsichtig machen, es kostet viel Zeit ... und meistens ist sowieso kein Platz mehr vorhanden.

Häufig ist es also so (erst recht bei Anfängern), dass die Pflänzchen dicht auf dicht stehen bleiben und sich deshalb nicht gut entwickeln können.

Säen im Genialen Gemüsegarten

Ich mache es ein wenig anders:

  • Ich säe nicht in Reihen, sondern in quadratische Felder.
  • Mit meinem Finger drücke ich so viele Löcher in ein Feld, wie ich für die jeweiligen Pflanzen brauche: 16 für Radieschen, 9 für Rübchen, 4 für Kopfsalat und 1 für Kohl.
  • Dann lege ich in jedes Loch ein paar Samenkörner,
  • gieße mit einem Becher etwas Wasser darauf
  • und drücke das Loch wieder zu.

Ein Feld einzusäen, ist im Handumdrehen geschehen. Es kostet wirklich nicht viel Zeit.

Pro Feld höchstens 5 Minuten!

Sämlinge mit genügend Abstand zueinander

Auch ausdünnen ist im Genialen Gemüsegarten zum Glück nicht oder kaum nötig und pikieren sowieso nicht.

Ich säe genau so viele Pflanzen, wie ich haben möchte, und noch dazu gleich im richtigen Abstand.

Hinzu kommt, dass ich mit dieser Methode nur ganz wenig Samen brauche.
Viel weniger als in einem herkömmlichen Gemüsegarten!

Willst du wissen, was zur Bewirtschaftung eines (herkömmlichen) Gemüsegartens gehört, lies weiter:

Bewirtschaftung deines Gemüsegartens