An die Arbeit (6/9)

Bauanleitung Gemüsebeetkasten

In diesem Arbeitsschritt fertigst du deinen Beetkasten mit Einteiler (und eventuell Kletterspalier, Boden und Füßen) an. Ich gebe dir Informationen über Abmessungen und Material und sage dir, welche Voraussetzungen ein echter
GG-Kasten erfüllen muss.

moestuinbak maken

Einen solchen Kasten passt du deinen eigenen Wünschen und deiner Situation an. Natürlich macht es einen Riesenunterschied, ob du endlos Platz zur Verfügung hast oder ob du mitten in der Stadt wohnst und einen Beetkasten auf deinen Balkon stellen möchtest.

Aber egal, was für ein Kasten es wird; wichtig ist, dass er gewisse Bedingungen erfüllt.

Die richtigen Abmessungen

Das Wichtigste ist, dass die Abmessungen stimmen und dass du deinen Kasten in Felder von 30 x 30 cm unterteilen kannst.

Deshalb betragen die Innenabmessungen für einen solchen Beetkasten standardmäßig 120 x 120 cm. Das ist der meistverwendete Kasten, aber es gibt natürlich endlos viele Variationsmöglichkeiten.

Solange du nur bequem an jedes Feld herankommst, ist alles gut; dann kannst du deine Pflanzen versorgen, ohne auf das Substrat treten zu müssen.

Ein erwachsener Mensch hat eine Armreichweite von mindestens 60 cm. Ein länglicher Kasten von 120 x 360 cm, der von allen Seiten erreichbar ist, geht also ohne weiteres. Stellst du ihn allerdings vor einen Zaun, so kommst du an viele Felder nicht mehr heran. In dem Fall sollte dein Kasten besser nicht tiefer als 60 cm sein.

Da du deinen Kasten später mit GG-Substrat füllst, muss er nicht allzu hoch sein. Deine Pflanzen brauchen nicht mehr als 15 bis 20 cm tiefes Substrat um gut zu gedeihen.

Material

Wenn du frisches, ungespritztes Gemüse ernten willst, es aber in Kästen anbaust, die beispielsweise aus imprägniertem Holz bestehen, ist das Ganze ein Schuss in den Ofen. Die Giftstoffe, mit denen das Holz behandelt wurde, gelangen mit dem Wasser in den Boden und werden von deinen Pflanzen aufgenommen. Die du anschließend verspeist!

Ich selbst verwende daher ausschließlich unbehandeltes Material.

Holz

Meine ersten Beetkästen habe ich aus den Gerüstplanken gebaut, die vom Bau unseres Hauses übriggeblieben waren.

Gerüstplanken werden aus billigem Kiefern- oder sogar Fichtenholz hergestellt, das nicht besonders lange hält. Nach einigen Jahren waren diese ersten Kästen völlig durchgefault. Wir haben sie entsorgt und ersetzt. Heute baue ich meine Kästen lieber aus Lärchen- oder Douglasienholz. Das ist sehr harzig und deshalb deutlich haltbarer.

Gemüsebeetkasten aus Douglasienholz
Gemüsebeetkasten aus Douglasienholz

Eckverbindungen

Wenn du Holz verwendest, brauchst du nur vier Bretter miteinander zu verschrauben.

Einfache Stoßverbindung

2 Bretter werden mit 3 Schrauben (am besten aus rostfreiem Stahl) verbunden.
Von den vier Eckverbindungen ist diese am wenigsten solide und das Holz verzieht sich schnell.

Einfache Stoßverbindung, verstärkt durch Vierkantholz

In der Ecke zwischen den Brettern wird zur Verstärkung ein
Vierkantholz festgeschraubt (Nachteil: nicht wirklich schön).

Einfache Stoßverbindung, verstärkt durch Winkeleisen

Zur Verstärkung werden zwei Winkeleisen auf die Ecke
geschraubt (dies geht auch an der Innenseite des Kastens).

Stoßverbindung mit Verankerung

Die Bretter sind zur Hälfte eingesägt.
Eine schöne und solide Lösung.

Andere Materialien

Neben Holz kannst du natürlich auch Stein oder nachhaltige Kunststoffe verwenden.

Meine Mutter hat zum Beispiel aus ein paar übrig gebliebenen Steinen einen Kasten gemauert.

Aber auch Bordsteine, Holzbalken, Gartenbordüren, Einfassungssteine für Bodenplatten und geflochtene Weidenruten sind absolut brauchbar.

Mein Lieblingsmaterial ist Gratis-Material. Schaue dich zum Beispiel auf Baustellen um. In den Abfallcontainern kannst du so einiges finden, woraus sich ein prima Beetkasten herstellen lässt.

Langlebig

Zuletzt sollte der Kasten ein paar Jahre standhalten und nicht schon nach der ersten Saison auseinander fallen. Nichts ist frustrierender als ein mit dem herrlichsten Gemüse gefüllter Beetkasten, der zur Hälfte der Saison vor lauter Altersschwäche zusammenbricht.

Wenn du einen Kasten kaufst, dann achte auf die Qualität und den Ursprung des Holzes. Von billigem Plunder, den du für 15 Euro im Gartencenter kaufst, darfst du nun einmal nicht viel erwarten. Abgesehen davon sind solche Wegwerfprodukte auch noch super schlecht für die Umwelt (und oft auch für die Menschen, die sie hergestellt haben).

Ganz ehrlich: Es bereitet wesentlich mehr Genugtuung, jahrein, jahraus mit einem guten, langlebigen und auch nachhaltigen Kasten zu arbeiten. Langfristig ist das sicherlich kostenmäßig sogar vorteilhafter.

Wenn du ein wenig suchst, kannst du auch Beetkästen aus gutem Holz kaufen, die schön aussehen und lange halten.

Zur nächsten Pflanz- und Gartensaison kannst du sie auch bei uns im Webshop kaufen, dann bist du in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite!

Einteiler

Die Unterteilung deines Kastens in Felder von 30 x 30 cm ist ein entscheidender Teil der Methode. Lasse das also nicht einfach weg!

Ich stelle meine Einteiler aus weißen Kunststoffstreifen her, die ich mit Buchschrauben aneinander befestige. Sieht sauber aus und ist unverwüstlich. Außerdem kannst du solche Einteiler ganz leicht auf das Substrat legen und wieder abnehmen.

Man muss manchmal eine Weile danach suchen, aber gewisse Baumärkte verkaufen sie als Finishingstreifen für Möbelplatten.

Holzlatten, Bambusstangen oder die Lamellen von alten Jalousien sind nicht ganz so praktisch, lassen sich aber auch gut verwenden. (Schnüre reißen leicht, also fange damit gar nicht erst an.)

Kletterspalier

Ein Kletterspalier, an dem deine Pflanzen emporwachsen können, ist nicht unverzichtbar, aber wenn du Platz hast, würde ich das auf jeden Fall machen! Viele Pflanzen, von denen du gerade das meiste ernten kannst, wachsen sehr hoch. Für sie brauchst du eine Kletterhilfe.

klimrek op moestuinbak

Ich baue meine Kletterspaliere aus Gerüststangen und spanne ein Netz dazwischen. Heizungsrohre gehen auch und eigentlich auch alles andere, was man mit einem Netz bespannen kann. Nur wirklich stabil muss es sein. Es ist schrecklich frustrierend, wenn der Wind dir dein Kletterspalier umreißt, während die Pflanzen daran gerade so richtig schön groß werden.

Boden und eventuell Füße

Einen Kasten mit Boden kannst du auf einen Tisch setzen oder Tischbeine am Kasten selbst befestigen. Warum nicht sogar Räder! Dann kannst du den Kasten jederzeit verschieben, wenn er im Weg steht oder woanders noch ein paar Sonnenstunden tanken kann (insofern nötig).

Tipp: Bei einem Kasten mit Boden musst du darauf achten, dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Bohre also genügend Löcher in den Boden und lege ein Stück Antiwurzeltuch darauf um zu verhindern, dass das Substrat durch die Löcher weggespült wird.

Deine Wahl

Du möchtest deine Kästen nicht gerne selber bauen?

In unserem Webshop verkaufen wir zur nächsten Gartensaison langlebige und solide Kästen für jeden, der sie nicht selbst herstellen will oder kann.

Wir halten dich auf dem Laufenden wann es soweit ist!

OK, damit haben wir den Kasten! Der nächste Schritt ist das Substrat des Genialen Gemüsegartens!

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